Als halbwegs informierter, viedospielinteressierter Mensch ärgert man sich regelmäßig über die unsachliche, von Unwissen bestimmte und häufig manipulative Berichterstattung in den Medien, wenn es um das Thema Gewalt in Spielen und deren vermeintliche Ursache für so ziemlich alles schlechte auf dieser Welt geht.
Besonders hervorgetan hat sich dabei das bei mir ansonsten eigentlich recht geschätzte ZDF-Magazin Frontal21. Beginnend mit der Killerspiel-Hysterie nach dem Amoklauf von Erfurt 2004 wurden dort regelmäßig Beiträge über dieses Thema gesendet, bei denen einem angesichts der Unwahrheiten, die darin verbreitet werden, die Haare zu Berge stehen. Beiträge anderer TV-Magazine wie Panorama und Kontraste reihen sich qualitativ auf ähnlich niedrigem Niveau ein.
Der Student Matthias Dittmayer, Betreiber der Website Stigma Videospiele hat sich nun kürzlich die Mühe gemacht, ein gut 9-minütiges Video zusammenzustellen, in dem er die in diversen TV-Beiträgen Falschaussagen auf angenehm sachliche und völlig unpolemische Art korrigiert. Wie er in einem Interview mit Cynamite betont, geht es ihm mit dem Video in erster Linie darum, die qualitativen Mängel in der Berichterstattung aufzuzeigen und nicht darum, die jeweils angesprochenen Spiele per se zu verteidigen.
Die Frontal21-Redaktion hat bereits mit einer ausführlichen Stellungnahme (PDF) reagiert, dafür gebührt ihr Respekt. Leider und letztlich auch erwartungsgemäß behinaltet diese aber keinerlei Eingeständnis von Fehlern, sondern verliert sich über weite Strecken in Haarspalterei. Gamestar kommentiert diesen offenen Brief des ZDF an die „lieben User“ detailliert. Andere TV-Redaktionen haben sich bislang nicht geäußert.
Schön zu sehen, dass die Community konstruktive und sachliche Aufklärungsarbeit betreibt und den Dialog sucht. Nur so können die Ängste und Vorurteile, die immer noch ganze Generationen prägen und von den Medien vielfach noch geschürt sind, langsam abgebaut werden. Oben eingebetteten Film (der allein bei YouTube Stand heute gute 375.000 Views verzeichnen kann), die verlinkten Artikel und speziell Stigma Videospiele kann ich jedenfalls jedem wärmstens für eine Lektüre empfehlen.