Ich weiß, ich bin ein bisschen faul hier derzeit… das liegt aber unter anderem auch daran, dass es seit längerer Zeit mal wieder ein Spiel geschafft hat, mich in seinen Bann zu ziehen.
Die Rede ist von Hotel Dusk: Room 215 für Nintendo DS.
Überblick:
Hotel Dusk ist schwer in ein klassisches Genre zu stecken. Am ehesten lässt es sich als Mix zwischen Point- and Klick-Adventure und interaktivem Buch beschreiben.
Interaktives Buch auch deshalb, weil man das DS hochkant wie ein Buch hält. Als Rechtshänder nutzt man dabei dann die rechte Seite zur Bedienung und Bewegung mittels Pen, also ähnlich wie bei den Gehirnjogging-Games.
Das Spiel handelt von einem ehemaligen New Yorker Polizeikomissar namens Kyle Hyde, der vor 3 Jahren in einem mysteriösen Fall von seinem damaligen Partner, dem Undercover-Cop Bradley verraten wurde und diesen daraufhin anschoss. Bradley stürzte schwer verletzt in den East River und wurde nie gefunden.
Hyde quittierte den Dienst und ist seitdem als Vertreter für eine zwielichtige Haushaltswarenfirma tätig. Dabei ist er besessen von dem Gedanken, dass Bradley den Vorfall damals überlebt haben könnte und sucht ihn überall, um endlich Klarheit über die Hintergründe des Verrats zu bekommen. Ein Auftrag seiner Firma führt ihn in das namensgebende Hotel Dusk, wo das eigenltiche Spiel beginnt…
Gameplay:
Im Allgemeinen dient der rechte (Touch-)Screen für die Navigation des Charakters durch das Hotel. Man sieht dort den jeweiligen Raum/Flur aus der Vogelperspektive. Hyde ist als roter Kreis dargestellt, ein angehängter Pfeil zeigt die momentane Blickrichtung an. Mit dem Pen zeigt man einfach auf die Stelle, zu der man gehen möchte und der Charakter setzt sich in Bewegung, wobei das ganze fließend von Statten geht, wenn die Karte mitscrollt. Schwer zu erkären, aber recht intuitiv zu bedienen. Der Linke Screen zeigt währenddessen die Szenerie aus der First-Person-Perspektive in 3D.
Sobald interessante Gegenstände im Blickfeld sind (Regale, Türen, Tische, Bilder…), wird rechts auf Ego-Perspektive umgeschaltet. Man kann dann z.B. mit 2 kurzen Tippen des Pens an einer Tür klopfen, oder mit Tipp auf den Türgriff die Tür versuchen zu öffnen, Gegenstände ansehen oder nehmen etc.
Der Großteil des Spiels besteht allerdings aus Dialogen mit Hotelgästen und -angestellten. Wer Hotel Dusk spielt, darf keine Probleme mit dem Lesen haben (Es gibt keine Sprachausgabe, alle Dialoge sind in Textform). Das Spiel besteht zu ca. 70% aus dem Lesen der Dialoge. Dabei gibt es zwischendurch immer wieder die Option zwischen mehreren Fragen und/oder Antworten zu wählen. Dabei ist durchaus etwas Vorsicht geboten, denn eine falsche Frage kann zu einem für diesen Spieltyp eher ungewöhnlichen „Game Over“ führen (Man wird aus dem Hotel geworfen). Da man aber jederzeit speichern kann, ist das kein Problem. Zudem ist in den meisten Fällen ziemlich ersichtlich, welche Option man wählen sollte.
Das Spiel ist in Kapitel unterteilt, wobei jedes Kapitel 30-60 Minuten Ingame-Zeit entspricht (es startet um 17 Uhr). Ist so ein Kapitel beendet (sprich, ein gewisser Fortschritt erreicht), werden die jüngsten Ereignisse noch einmal in einem kleinen Frage-/Antwort-Spiel rekapituliert. Der Spieler kann dabei aus jeweils 3 möglichen Antworten wählen. Auch das stellt in der Regel keine besondere Herausforderung dar, wenn man halbwegs konzentriert die Handlung verfolgt, hilft einem aber tatsächlich, den Faden nicht zu verlieren.
Ein willkommene Abwechslung dazu sind die kleinen Rätsel und Puzzles mit Gegenständen. So muss man z.B. seinen Koffer mittels eines Drahtes öffnen, zu dessen Beschaffung es erstmal eine Zange zu finden gilt. Hierbei erinnert das Spiel dann am ehesten an klassische Point- and Klick-Abenteuer wie Maniac Mansion oder auch Uninvited. Diese Rätsel sind häufig mit kleinen Stylus-Geschicklichkeitsübungen auf dem Touchpad verbunden, so muss der angesprochene Draht dann per Hand im Schließzylinder hin und her bewegt werden.
Grafik:
Die Charaktere sind während der Dialoge rudimentär schwarz/weiß im Comic-Stil animiert (A-HA Video „Take On Me“ anyone?). Die Umgebung ist auch im Comic-Stil gehalten, alles sehr stimmig und passend zur Spielatmosphäre.
Sound:
Ein paar Soundeffekte und ein harmloser Dudel-Soundtrack machen nicht viel falsch, hauen einen aber auch nicht um. Es gibt keinerlei Sprachausgabe.
Mulitplayer:
Nicht vorhanden
Fazit:
Wer Spiele mag, bei denen man einfach mal eine Stunde abschalten kann, kein Button-Mashing betreiben muss und die einen echten Entspannungsfaktor bieten, sollte Hotel Dusk mal eine Chance geben! Man hat zwar manchmal aufgrund der hohen Dialogdichte eher das Gefühl, ein Buch zu lesen, als ein Spiel zu spielen, aber gerade das macht es für mich so angenehm. Man kann prima abends statt zur Bettlektüre noch mal eine halbe Stunde zum DS greifen!
Die Story fesselt einen als Krimi und Mystery-Liebhaber sehr schnell. Die Charaktere sind darin wunderbar schrullig designt und man will einfach wissen, wie es in dieser Geschichte weiter geht!
An klassichen Adventures wird ja leider kaum noch was geboten derzeit, von daher ist Hotel Dusk für die Fans dieses Genres sehr emfpehlenswert!
Passivsportler-Note: 8.5/10
Daten und Fakten:
Name: Hotel Dusk: Room 215
System: Nintendo DS
Genre: Adventure
Publisher: Nintendo
Entwickler: Cing
Sprachen: komplett Deutsch
Straßenpreis: ca. 35-40 Euro
Vergleichbar mit: Phoenix Wright
IGN.com-Rating: 7.9/10
Übrigens:
Am Freitag erwarte ich pünktlich zum Erscheinungstermin die hoffentlich neue Rallye-Referenz „DiRT“ für die Xbox360 in der Post zu haben. Ich hoffe, das Spiel hält, was Demo und Vorab-Tests versprechen! Ich werde dann sicher demnächst hier meine Eindrücke dazu posten.
Verfasst von Dale